
Ryan Goslings Schwerelosigkeits-Stunts in 'Project Hail Mary'
Wichtige Punkte
- VFX-Supervisor Paul Lambert und Mag Sarnowska sprachen auf der Konferenz in Turin über den Film.
- Ryan Gosling führte seine Schwerelosigkeits-Stunts mithilfe komplexer Drahtseilgurte selbst durch.
- Kameramann Greig Fraser nutzte Infrarotkameras und praktische Wassereffekte für einzigartige Bilder.
Die Erzeugung einer überzeugenden Illusion von Schwerelosigkeit für einen großen Spielfilm gehört zu den schwierigsten Aufgaben der modernen visuellen Effekte. Für den mit einem Oscar ausgezeichneten VFX-Supervisor Paul Lambert war die Bewältigung dieser Herausforderung in Ryan Goslings Weltraum-Epos „Project Hail Mary“ die größte Sorge zu Beginn der Produktion. Auf der View Conference im italienischen Turin ging er ins Detail, wie diese filmische und technische Meisterleistung vollbracht wurde.
Das Produktionsteam zog zunächst in Erwägung, parabolische Flugmanöver zu nutzen, um kurze Phasen echter Schwerelosigkeit zu erzeugen. Die Raumschiffsets waren jedoch viel zu aufwendig und komplex, als dass man sie in einem Flugzeug hätte nachbauen können. Folglich mussten sich die Filmemacher auf komplexe Drahtseilsysteme und rotierende Gurte verlassen, um Gosling während seiner anstrengenden Sequenzen zu halten.
Einen Schauspieler lediglich an Seilen aufzuhängen, erweckt jedoch selten den Eindruck wahrer Schwerelosigkeit. Um den visuellen Effekt auszugleichen, bei dem ein aufgehängter Körper eher hängt als schwebt, passten VFX-Künstler in der Postproduktion die Positionen von Goslings Beinen, Armen und Torso sorgfältig an. Zudem wurden treibende Objekte im Hintergrund hinzugefügt, um die Illusion zu verstärken. Lambert betonte, dass der Schauspieler äußerst engagiert war und seine physischen Stunts selbst übernahm.
Neben der Drahtseilarbeit arbeitete das VFX-Team eng mit Kameramann Greig Fraser zusammen, um die Grenzen der praktischen Fotografie auszuloten. Fraser nutzte eine infrarotmodifizierte Kamera, programmierbare Infrarotleuchten und fließendes Wasser direkt vor der Linse, um ungewöhnliche Bildwelten zu erschaffen. Lambert verglich den Prozess aufgrund der vielen praktischen Experimente mit einem verrückten Wissenschaftslabor.
Um realistische mikroskopische und kosmische Effekte zu erzielen, filmte das Team zudem physische Elemente wie brennende Feuerbälle, interagierende Flüssigkeiten, Laser und Ferrofluid. Diese praktischen Tests dienten als grundlegende Referenzen für die digitalen Künstler. Später kehrte der Kameramann zurück, um mit dem Team von ILM und fortschrittlichen virtuellen Kamerasystemen zusammenzuarbeiten.
Letztendlich ermöglichte die Kombination aus physischer Drahtseilarbeit, praktischen optischen Experimenten und akribischer digitaler Nachbearbeitung den Filmemachern, die enormen Hürden der Schwerelosigkeit zu meistern. Die visuelle Sprache von „Project Hail Mary“ verspricht ein immersives Kinoerlebnis zu werden.
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