Britische Banken fürchten Steuererhöhungen im neuen Haushalt
Wichtige Punkte
- Britische Banken erwarten Steuererhöhungen im kommenden Haushalt.
- Der Sektor erzielte im ersten Halbjahr 15 Milliarden Pfund Gewinn.
- Die Regierung prüft Anpassungen bei Abgaben und Verlustverrechnungen.
- Die Branche warnt vor negativen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit.
Kurz vor der Vorstellung des britischen Haushalts herrscht im Bankensektor große Anspannung. Führungskräfte haben der BBC gegenüber geäußert, dass sie damit rechnen, dass ihre Branche ins Visier von Finanzminister John Healey gerät. Obwohl Healey die Banken als 'Kronjuwelen' der britischen Wirtschaft bezeichnet hat, weigerte er sich, Steuererhöhungen auf ihre Gewinne auszuschließen. Diese Haltung unterstreicht den schwierigen Spagat der Regierung zwischen der Notwendigkeit von Mehreinnahmen und der Erhaltung eines wettbewerbsfähigen Finanzplatzes.
Die vier größten Banken des Landes erzielten in der ersten Jahreshälfte gemeinsam einen Gewinn von rund 15 Milliarden Pfund. Angesichts dieser Zahlen mehren sich die Forderungen von Gewerkschaften und politischen Akteuren nach einer höheren steuerlichen Beteiligung des Sektors. Derzeit zahlen Banken einen Aufschlag von 3 % auf den regulären Körperschaftssteuersatz von 25 % sowie eine Abgabe auf ihre Bilanzsumme. Im vergangenen Jahr trug der Sektor fast 40 Milliarden Pfund zum Staatshaushalt bei.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie der Staat die Einnahmen aus dem Sektor erhöhen könnte. Eine Option ist die Rückkehr des Bankenaufschlags auf das frühere Niveau, was jährlich etwa 2 Milliarden Pfund einbringen könnte. Ein weiterer diskutierter Ansatz ist ein vorübergehendes Moratorium für die Verrechnung von Verlusten aus der Vergangenheit mit aktuellen Gewinnen. Dies könnte dem Finanzministerium jährlich etwa 1 Milliarde Pfund einbringen und wird von einigen Managern als erträglicher angesehen als eine direkte Steuererhöhung.
Die Branche warnt jedoch eindringlich vor den Folgen. Der Branchenverband UK Finance betonte, dass weitere Steuererhöhungen die Wettbewerbsfähigkeit Großbritanniens schwächen und Investitionen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen behindern würden. Auch internationale Stimmen, wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon, warnten bereits, dass Großbritannien bereits eine der höchsten Steuerlasten für Banken weltweit aufweise. Die Regierung steht vor der Herausforderung, fiskalische Notwendigkeiten mit dem Ziel zu vereinbaren, das Wirtschaftswachstum zu fördern und den Finanzsektor attraktiv zu halten.
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