Millionenklage und einstweilige Verfügung nach WhatsApp-Leak von Urich
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Originalquelle:kikar.co.il
Wichtige Punkte
- Gericht in Jerusalem erlässt einstweilige Verfügung gegen Aktivisten wegen geleakter Urich-Daten.
- Yonatan Urich fordert eine Million Schekel Schadensersatz wegen des Abgriffs von Tausenden WhatsApp-Nachrichten.
- Lashem behauptet, das Leak sei eine fingierte politische PR-Aktion des Beraters selbst.
- Der Fall beleuchtet sensible Kommunikationssicherheit und politische Machtkämpfe in Israel.
Der politische Leak-Skandal im Umfeld des israelischen Premierministers hat eine dramatische juristische Wende genommen. Die leitende Richterin Miriam Kassasi am Jerusalemer Amtsgericht erließ eine sofortige einstweilige Verfügung, die es dem Aktivisten und ehemaligen Anwalt Itay Lashem untersagt, private Daten aus dem Mobiltelefon von Yonatan Urich zu verbreiten, zu veröffentlichen oder in irgendeiner Weise zu nutzen. Urich, ein enger Berater von Benjamin Netanjahu, hatte zuvor über seine Anwälte eine Zivilklage über eine Million Schekel eingereicht und einen beispiellosen Eingriff in seine Privatsphäre beklagt.
Laut der Klageschrift sollen Unbekannte das Mobiltelefon des Beraters infiltriert und sich Zugang zu einer massiven Datenbank mit 107 Chatverläufen und knapp 19.000 WhatsApp-Nachrichten verschafft haben. Lashem gelangte in den Besitz einer entsprechenden Excel-Datei, veröffentlichte Auszüge in den sozialen Medien und richtete eine eigene Website ein, wobei er anwaltliche Unterlassungsaufforderungen ignorierte. Der Vorfall wirft ein grelles Licht auf Fragen der digitalen Sicherheit und den Umgang mit sensiblen Informationen im politischen Machtzentrum.
Der Beklagte stellt den Sachverhalt jedoch völlig anders dar. Lashem weist den Vorwurf eines kriminellen Cyberangriffs zurück und behauptet stattdessen, es handele sich um eine gezielte, von Urich selbst geplante Einflussnahme im Vorfeld von Wahlen. Urich habe sein Konto absichtlich mit einem externen Dienstleister verbunden, um eine Sicherheitslücke zu simulieren. Dies diene als Deckmantel, um gezielt Gespräche zu veröffentlichen, die der eigenen politischen Narrative nützen.
Während Urich und seine Rechtsvertreter das Vorgehen als kriminellen Vertrauensbruch und Erpressung verurteilen, tut Lashem die Millionenklage als Ablenkungsmanöver ab. Er behauptet, das Material offenbare problematische Verbindungen zu ausländischen Akteuren. Die Affäre zieht Kreise und betrifft auch Medienpersönlichkeiten, die Verwarnungen erhielten. Vor dem Hintergrund eines hitzigen Wahlkampfs musste sich auch Premierminister Netanjahu zu den Vorwürfen äußern und betonen, sein Berater habe keinen Zugang zu sicherheitsrelevanten Informationen gehabt.
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