Italienischer Minister: US-Beschränkungen für Ukraine fatal
Wichtige Punkte
- Italiens Verteidigungsminister kritisiert US-Beschränkungen für die ukrainische Verteidigung.
- Crosetto warnt vor Signalwirkung: Weniger Unterstützung verlängert den Krieg.
- Rom übte zuvor bereits Kritik an einem US-russischen Dieselgeschäft.
- Die italienische Regierung bekräftigt trotz politischer Hürden ihren Beistand für Kiew.
Der italienische Verteidigungsminister hat erklärt, es sei ein schwerwiegender Fehler der Vereinigten Staaten, den Zugang zu Satellitensystemen und Geheimdienstinformationen einzuschränken, die die Ukraine zur Abwehr russischer Angriffe benötigt. In einem Interview mit der BBC warnte Guido Crosetto, dass ein solcher Schritt der US-Regierung absolut keinen Sinn ergebe und eher das Risiko berge, Russlands umfassende Invasion zu verlängern, anstatt zum Frieden beizutragen.
Diese Äußerungen verdeutlichen die zunehmend kritische Haltung Roms gegenüber bestimmten Entscheidungen aus Washington. Erst kürzlich hatte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ein von den USA unterstütztes Geschäft zum Dieselkauf aus Russland als sehr riskante Entscheidung bezeichnet, die Moskau Legitimität verleihe, während ukrainische Städte bombardiert werden. Meloni betonte, dass dieser Schritt den Bemühungen entgegenstehe, den russischen Präsidenten an den Verhandlungstisch zu bringen.
Crosetto betonte, dass Frieden erst dann eintreten werde, wenn Wladimir Putin überzeugt sei, dass eine militärische Pattsituation erreicht ist und er nicht weiter vorrücken kann. Wenn die USA der Ukraine lebenswichtige Ressourcen entziehen, erzeuge dies Schwäche und lasse Putin glauben, er könne den Krieg gewinnen, so der Minister. Er nannte dieses Vorgehen völlig falsch.
Trotz innenpolitischer Herausforderungen und anhaltender Skepsis in der Bevölkerung steht die Regierung unter Meloni seit Beginn des Krieges fest an der Seite der Ukraine und leistet militärische sowie humanitäre Hilfe. Crosetto versicherte, dass diese Unterstützung so lange fortgesetzt werde, wie die aktuelle Regierung im Amt sei, räumte jedoch ein, dass künftige Parlamentsabstimmungen über weitere Lieferungen mit näherrückenden Wahlen schwieriger werden könnten.
Die deutlichen Worte aus Rom unterstreichen die wachsende Sorge europäischer Partner vor Kurswechseln in der US-Außenpolitik. Die italienische Regierung bleibt dabei, dass jede Demonstration von Schwäche gegenüber dem Kreml fatale Folgen für die europäische Sicherheitsarchitektur haben und den Konflikt unnötig in die Länge ziehen wird.
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