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HMV schließt Flaggschiff in der Oxford Street nach drei Jahren
WirtschaftOriginalsprache: English

HMV schließt Flaggschiff in der Oxford Street nach drei Jahren

Wichtige Punkte

  • HMV schließt im März 2027 seinen Flaggschiff-Store in der Oxford Street.
  • Ausschlaggebend sind eine geplante Mietverdoppelung und hohe Renovierungskosten.
  • Über 50 Mitarbeiter sind betroffen; die Firma sucht nach internen Alternativen.
  • Das Unternehmen plant, einen neuen Standort im Londoner West End zu finden.

Die Ankündigung der Schließung des historischen HMV-Stores in der Oxford Street markiert einen weiteren herben Rückschlag für den britischen Einzelhandel in den Innenstädten. Erst drei Jahre nach der medial gefeierten Rückkehr an den Ort, an dem die Marke vor einem Jahrhundert ihren Ursprung nahm, muss das Unternehmen den erneuten Auszug für März 2027 bestätigen. Hauptursache für das plötzliche Aus sind untragbare finanzielle Belastungen: Die Vermieter hatten eine Verdoppelung der Miete gefordert, kombiniert mit beträchtlichen Rechnungen für notwendige Renovierungsarbeiten.

Phil Halliday, Geschäftsführer von HMV, äußerte sich tief frustriert über die Umstände rund um den prestigeträchtigen Standort. Er betonte, dass die Oxford Street einen unschätzbaren emotionalen Wert für das Unternehmen habe, da dort vor 100 Jahren die Firmengeschichte begann. Die Wiederbelebung des Ladens im November 2023 galt als bedeutender Meilenstein in der jüngeren Geschichte der Kette, was diesen Rückschlag umso schmerzhafter für Führung und treue Kundschaft macht.

Die wirtschaftliche Realität beim Betrieb riesiger stationärer Verkaufsflächen im Zentrum Londons wird zunehmend härter. Hohe Gewerbesteuern, explodierende Immobilienwerte und sich wandelnde Konsumgewohnheiten setzen die Gewinnmargen traditioneller Geschäfte massiv unter Druck. Im Fall von HMV überschritt die Kombination aus verdoppelter Miete und obligatorischen Großinvestitionen die Grenze der wirtschaftlichen Tragfähigkeit, weshalb das Management die schwere Entscheidung treffen musste, das Gebäude in der Oxford Street 363 aufzugeben.

Trotz des Rückschlags an dieser prominenten Adresse bekräftigte HMV sein generelles Bekenntnis zum britischen Einzelhandel. Die Gruppe betreibt derzeit 113 Filialen im Vereinigten Königreich – darunter sechs Geschäfte der Marke Fopp – sowie acht weitere in ganz Europa. Die Unternehmensführung stellte klar, dass eine starke physische Präsenz in der britischen Hauptstadt weiterhin von strategischer Bedeutung ist und bereits Gespräche über alternative Standorte im West End laufen.

Für die mehr als 50 Angestellten des Flaggschiff-Stores bedeutet die Übergangsphase zunächst Ungewissheit, doch das Management versprach umfassende Unterstützung. HMV plant, betroffene Mitarbeiter möglichst auf andere Filialen in London oder die Zentrale zu verteilen. Das Schicksal von HMV in der Oxford Street unterstreicht einmal mehr die fragile ökonomische Lage von Premium-Gewerbeimmobilien in großen Metropolen.

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